Aktuelles

Die Gefahr in der Familie - Neues Netzwerk gegen sogenannte Ehrgewalt

Seit 2016 arbeiteten Vertreter*innen verschiedener Institutionen, die sich im Landesweiten Runden Tisch gegen Gewalt im Namen der Ehre zusammengeschlossen hatten, an einer Verbesserung der Versorgung von Ehrgewalt betroffenen Menschen. Gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten Eva Goldbach, Marcus Bocklet und Sigrid Erfurth entwickelten sie ein hessenweites Pilotprojekt, das vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration getragen und finanziert wird.

Die Vertreter*innen des sog. 3-Regionen-Modells haben sich zum Ziel gesetzt, die Hilfestruktur für Betroffene zu stärken, hessenweite Qualitätsstandards sowie innovative Präventionsarbeit zu entwickeln und umzusetzen.

Weiterlesen …

Präventionskampagne #HolDirHilfe gegen Zwangsheirat und Verschleppung

Präventionsfilm online ab dem 29.04.2019: https://youtu.be/N60QVM6-XE8

Die Hilfsorganisation PAPATYA veröffentlicht den Präventionsfilm #HolDirHilfe um Mädchen und junge Frauen zu ermutigen, sich bei Zwangsheirat und Verschleppung ins Ausland online beraten zu lassen. Regie führte Gabriel B. Arranhio, CZAR produzierte den Film. Im Jahr 2017 wurden allein in Berlin 570 Fälle von versuchter oder erfolgter Zwangsverheiratung bekannt. 87% der erfolgten Zwangsehen wurden im Ausland geschlossen. (vgl. Berliner Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratung) PAPATYA geht von einer hohen Dunkelziffer aus und schützt seit über 30 Jahren Mädchen und junge Frauen in ihrer anonymen Kriseneinrichtung in Berlin. Seit 2004 betreibt die Organisation außerdem die Onlineberatung SIBEL, erreichbar unter beratung.papatya.org. Betroffene und Helfer*innen können sich vertraulich und kostenlos zu Themen wie Zwangsheirat, familiäre Gewalt oder Verschleppung beraten lassen.

"Verschleppung bezeichnet das Phänomen, dass Jugendliche gegen ihren Willen, häufig in den Sommerferien, im Herkunftsland der Familie zurückgelassen werden und nicht nach Deutschland zurückkehren dürfen." Eva Kaiser, Leiterin von PAPATYA Rückführungen sind nur unter erheblichen Schwierigkeiten und in Kooperation mit Hilfsorganisationen und Botschaften vor Ort möglich. PAPATYA geht von einer hohen Anzahl an Betroffenen aus, für die Hilfe im Ausland nicht zugänglich ist.

Zahlen aus dem Jahr 2018

  • Papatya hat 410 Ratsuchende beraten.
  • 40 % waren von einer Zwangsverheiratung betroffen.
  • 21% meldeten sich aufgrund einer drohenden oder erfolgten Verschleppung. In etwa der Hälfte dieser Fälle stand die Verschleppung in Zusammenhang mit einer Zwangsverheiratung.
  • 24 Betroffene meldeten sich aus dem Ausland. In 7 Fällen konnte mit Hilfe der Onlineberatung eine Rückkehr nach Deutschland ermöglicht werden.
  • Besonders häufig kamen Hilferufe aus den arabischen Ländern (30%), Pakistan (25%) und der Türkei (21%). 

"Mädchen und Frauen werden heutzutage immer noch häufig Opfer patriarchalischer Erziehungsmethoden. Wenn Ihr Zwangsheirat oder Verschleppung befürchtet, holt Euch rechtzeitig Hilfe." Sibel Kekilli, Schirmherrin der Onlineberatung SIBEL #HolDirHilfe soll Betroffene ermutigen, sich rechtzeitig Hilfe zu holen. Gemeinsam mit den Beraterinnen können sie das Risiko einer Zwangsheirat oder Verschleppung einschätzen und Schritte zur Verhinderung einleiten. Im Notfall ist eine Aufnahme in der anonymen Kriseneinrichtung möglich. PAPATYA will außerdem die Öffentlichkeit auf das Phänomen Verschleppung aufmerksam machen und dazu aufrufen hinzuschauen, wenn Jugendliche nach einem vermeintlichen Urlaub nicht zurückkehren.

 

Weitere Informationen:  https://beratung.papatya.org

Spenden (gegen Spendenquittung):

• Türkisch-Deutscher Frauenverein e.V. IBAN: DE55 1002 0500 0003 3478 00
BIC: BFSWDE33BER

Per Online-Spendenformular: https://beratung.papatya.org/ihre-spende-hilft/

Weiterlesen …

Neue Website stopchildmarriage.de informiert Betroffene über rechtliche Situation und Beratungsangebote

Terre des Femmes hat eine neue Webseite entwickelt. Sie ist unter www.stopchildmarriage.de erreichbar. Auf dieser Seite können sich nun von Minderjährigenehen betroffene und bedrohte junge Frauen und Mädchen zur entsprechenden Gesetzeslage informieren – was passiert, wenn ich bereits verheiratet bin? Welche Möglichkeiten gibt es, wenn ich schwanger bin, oder schon Kinder habe? Zu diesen und weiteren Fragen finden die jungen Frauen auf stopchildmarriage.de Antworten. Zudem sind dort Beratungsangebote und -einrichtungen in ganz Deutschland aufgeführt.

Um möglichst viele Betroffene und Bedrohte zu erreichen, sind die Inhalte der Seite in Leichter Sprache verfasst und in verschiedenen Sprachen zugänglich. Bislang sind das Deutsch, Englisch, Französisch, Rumänisch, Polnisch, Tigrinya, Arabisch und Dari (afghanisches Persisch). Fortlaufend sollen die Texte auch in weitere Sprachen übersetzt werden, sodass die Inhalte noch mehr Menschen erreichen können.

Weiterlesen …

Zwangsverheiratung bekämpfen - Betroffene wirksam schützen neu

Das Bundesfamilienministerium für Familie, Senioren, Frauen und Kinder hat die Handreichung Zwangsverheiratung bekämpfen - Betroffene wirksam schützen neu aufgelegt und mit wichtigen Informationen ergänzt. Das Hilfesystem in Hessen wurde jedoch erneut nicht annähernd abgebildet. Da die angeführten Zahlen aus dem Jahr 2008 veraltet sind, regen wir an, eine neue Erhebung in Auftrag zu geben.

Weiterlesen …